Das Afghanistan-Desaster – warum Waffen keinen Frieden schaffen

Kundgebung, Wandsbeker Markt

Nach fast 20 Jahren Intervention stehen Bundeswehr und NATO vor einem Scherbenhaufen. Die afghanische Republik ist Geschichte. Das „Islamische Emirat Afghanistan“ der Taliban ist zurück. Hunderttausende fliehen und bangen um ihr Leben, darunter Ortskräfte der Bundeswehr, Mitarbeiter*innen von NGOs, Menschenrechtsaktivist*innen, Journalist*innen – und viele Mädchen und Frauen, ob sie nun zur Schule, zur Universität oder einfach arbeiten gehen.

Die Bundesregierung hat völlig versagt. Es gab weder eine verantwortungsvolle Ausstiegsstrategie aus Afghanistan noch realistische Notfallpläne für notwendige Evakuierungen.
LINKE und Grüne forderten am 23. Juli eine unbürokratische Evakuierung der Ortskräfte und anderer bedrohter Menschen – Die Regierungskoalition stimmte dagegen!

Union und SPD haben – offenbar aus Angst vor einer ultrarechten Stimmungsmache im Bundestagswahlkampf – die Aufnahme von Menschen so lange wie irgend möglich bürokratisch verunmöglicht. Abschieben wollte man bis zuletzt, aufnehmen so spät wie möglich. Jetzt bricht in Afghanistan die alte Ordnung zusammen. Jetzt wird es für viele Menschen zu spät sein.

Es ist eine politische und moralische Bankrotterklärung, dass nach wochenlanger Untätigkeit und bürokratischer Blockade tausende Helfer:innen in dem von den Taliban kontrollierten Afghanistan im Stich gelassen werden und um ihr Leben bangen müssen. Afghan:innen, die sich in den letzten Jahren für Menschenrechte und Demokratie eingesetzt haben und deshalb jetzt von Folter und Tod bedroht sind, werden ihrem Schicksal überlassen.

Wir laden Sie zu unserer Kundgebung am Samstag, den 4. September 2021 um 12 Uhr am Wandsbeker Markt ein.

Es sprechen:

Tahira Sayed Abdul Hamid, erste afghanische Dolmetscherin der Bundeswehr

Christoph Kleine, Seebrücke Hamburg

Nuran Sarica, DIE LINKE. Landesliste Platz 3

Diese Kundgebung wird unterstützt von Attac Alstertal/Walddörfer.