Keine Impfpflicht – Schutz der Bedürftigen!

Zum Thema „Streit über Nutzen und Rechtmäßigkeit einer Impfpflicht“ fand beim Bundestagsausschuss Gesundheit am 21. März 2022  eine öffentliche Anhörung statt. [1]

Als Einzelsachverständiger war auch Prof. Dr. Andreas Radbruch geladen, dessen wissenschaftliche Kompetenz nicht in Frage zu stellen ist. [2]

3 Argumente gegen die Corona-Impfpflicht werden von Prof. Radbruch angeführt:

„(1) Der Schutz vor Infektion ist kurzfristig. Er hängt von (neutralisierenden) Antikörpern auf den Schleimhäuten ab und beträgt nur wenige Wochen bis Monate, und das trifft für alle Impfungen und Boosterungen zu. Ausnahme: Infizierte, die zusätzlich geimpft wurden (Hall et al., NEJM 2022). Die schützenden Antikörper verschwinden sehr schnell aus den Schleimhäuten (Chan et al., Front Immunol 2021). Die Viruslast infizierter Geimpfter und Genesener ist hoch (Regev-Yochay et al. MedRxiv 2022).

(2) Wiederholtes „Boostern“ sättigt das Immunsystem. Wird der gleiche Impfstoff in der gleichen Dosis und ins gleiche Gewebe verimpft, verhindern die Antikörper des immunologischen Gedächtnisses, die aus vorherigen Impfungen stammen, eine effektive Immunreaktion, insbesondere die Bildung von Antikörpern auf den Schleimhäuten. Es gibt also spätestens nach der 5. Impfung keinen Schutz vor Infektion durch das Boostern. Direkt nach der 4. Impfung beträgt er gerade mal 11 – 30% (Regev-Yochay et al., MedRxiv 2022). Dafür sind bei 80% der Geimpften lokale Nebenwirkungen zu beobachten, und bei 40% systemische Nebenwirkungen. Diese Nebenwirkungen könnten bei weiteren Boosterungen zunehmen, denn sie werden durch das angeborene Immunsystem verursacht, das durch dauerndes Boostern „trainiert“ wird. Man hat also durch dreimaliges Boostern quasi sein „immunologisches Pulver verschossen“, das Immunsystem so gesättigt, dass es wahrscheinlich auch auf angepasste neue Impfstoffe nicht mehr optimal reagiert (Fachausdruck „original antigenic sin“). In diesem Sinne ist zweimal Impfen oder einmal Genesen besser als dreimal Impfen, um die Anpassungsfähigkeit des immunologischen Gedächtnisses zu erhalten. Eine Impfpflicht wird es erschweren, bei künftigen Infektionswellen angepasst impfend zu reagieren.

(3) In diesem Sinne wird eine Impfpflicht nicht das Ziel erreichen, bei zukünftigen SARS-CoV-2 Infektionswellen die Infektionslast zu senken. Insbesondere deshalb nicht, weil sich künftig ja Varianten durchsetzen werden, die den rudimentären Schutz der Schleimhäute durch mukosale Antikörper besser umgehen als die jetzigen Formen. Da die Geimpften aber noch sehr viele Antikörper im Blut haben, werden sie weiterhin vor schwerer Krankheit geschützt sein, und auf weitere Impfungen nur eingeschränkt reagieren. Ein Blick auf die Statistiken reicht ja: wir leben heute mit Inzidenzen, die vor einem Jahr noch undenkbar wären.“

So weit zum eigenen Schutz durch die Corona-Impfungen und zum Problem des Boosterns.

Keine Impfpflicht gegen Corona

Auch der „Virologe Alexander Kekulé hat sich generell gegen eine Corona-Impfpflicht ausgesprochen“. [3]

Verpflichtende Impfung für Genesene gerechtfertigt?

Auf diese Frage antwortet Prof. Radbruch in einem Interview bei Cicero:

„Nein. Im vergangenen Jahr gab es eine Studie in Nature, die gezeigt hat, dass die meisten Genesenen eine sehr stabile Immunität aufbauen. Es klingt jetzt brutal, aber aus immunologischer Sicht ist das Virus der beste Impfstoff, besser geht es nicht. Es hat alles, damit das Immunsystem sich perfekt vorbereiten kann auf weitere Infektionen: Es induziert nach dem Kontakt Antikörper, T-Zellen und Killerzellen. Dass dadurch eine lang anhaltende Immunität erzeugt werden kann, hat eine Untersuchung aus dem Jahr 2020 gezeigt. Menschen, die sich 2003 mit dem ersten Sars-Virus infiziert hatten, besaßen 2020 Antikörper in mindestens der gleichen Konzentration wie ein Jahr nach der Infektion. Impfstoffe sind natürlich deswegen besser als die Infektion, weil sie guten Schutz bieten, ohne dass man zuvor die Krankheit durchleben muss.“ [4]

Zu wenig Schutz der Bedürftigen und des sozialen Lebens

Der deutsche Ethikrat kritisiert im Umgang mit der Pandemie:

• unzureichende Vorbereitung im öffentlichen Gesundheitswesen und Bildungswesen,
• unzureichender Schutz der Pflegebedürftigen,
• zunehmende Verletzlichkeit durch Einschränkungen des Soziallebens mit Folge von Erkrankungen der jungen Generation. [5] [6]

Und wie soll es weitergehen?

Jetzt sind die Schutzmaßnahmen fast überall in Deutschland gefallen.

Es besteht aber weiterhin eine Impfpflicht für die Gesundheitsberufe.

Wir fordern die Rücknahme dieser Verordnung!

Einen Schutz bietet die Impfung den Bedürftigen in den Alten- und Pflegeheimen sowie in den Krankenhäusern nicht, da Geimpfte als Träger von Coronaviren ansteckend sind.

Nötig sind weiterhin kostenlose tägliche Tests in diesen Einrichtungen – unabhängig vom Corona-Impfstatus – sowie das Tragen von FFP2-Masken.

Wir fordern endlich auch ein Umsetzen der arbeitsmedizinischen Bedingungen für die dort Tätigen: mehr Erholungspausen. [7]

Dafür ist mehr Personal nötig. Bei besseren Arbeitsbedingungen

  • interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenarbeit auf Augenhöhe
  • Minderung der Arbeitszeit
  • angemessene Bezahlung

könnte eine Umkehr der Flucht aus der Arbeit in diesen Berufsbildern erfolgen.

Aber auf Gewinn orientierte Einrichtungen – oft private Unternehmen – haben überhaupt kein Interesse an solchen Verbesserungen. Die Personalkosten würden steigen und dadurch den Gewinn mindern.

Armut macht vulnerabel und krank! Dagegen hilft kein Impfen!

Wir brauchen gesunde Lebensverhältnisse: „Frieden, angemessene Wohnbedingungen, Bildung, Ernährung, Einkommen, ein stabiles Öko-System, eine sorgfältige Verwendung vorhandener Naturressourcen, soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit.“ [8]

Hier kann der Beitrag als PDF-Datei geladen werden.

[1] https://www.bundestag.de/ausschuesse/a14_gesundheit/oeffentliche_anhoerungen#url=L2F1c3NjaHVlc3NlL2ExNF9nZXN1bmRoZWl0L29lZmZlbnRsaWNoZV9hbmhvZXJ1bmdlbi84ODQ2NTAtODg0NjUw&mod=mod873624

[2] https://www.bundestag.de/resource/blob/885544/603140227998e5482d2fb207eedbc13a/20_14_0017-27-_Prof-Dr-Andreas-Radbusch_Impfpflicht-data.pdf

[3] https://www.deutschlandfunk.de/interview-mit-alexander-kekul-virologe-zu-corona-impfpflicht-vom-tisch-dlf-54655c0e-100.html

[4] https://www.cicero.de/innenpolitik/debatte-um-impfpflicht-andreas-radbruch-immunsystem-booster-corona

[5] https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/corona-ethikrat-rechnet-mit-pandemiebekaempfung-in-deutschland-ab-a-d7cb869a-899f-46ae-b800-e2e74a75eed5

[6] https://www.ethikrat.org/mitteilungen/mitteilungen/2022/lessons-learned-ethikrat-bietet-orientierung-fuer-den-zukuenftigen-umgang-mit-pandemien/

[7] https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung-im-Betrieb/Coronavirus/FAQ/PSA-FAQ-24.html

[8] https://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0006/129534/Ottawa_Charter_G.pdf, Weltgesundheitsorganisation