„Mut zu Zwischentönen“ – zur fünften Onlineveranstaltung

Infektionskrankheiten: Was gibt es außer Impfen?
Impfen, Impfen, Impfen ist das Mantra zur Bewältigung der Coronakrise. Ist diese Strategie angesichts von Neuinfektionen vollständig geimpfter Menschen womöglich genauso zum Scheitern verurteilt wie die Null-Covid-Strategie? [1] Gibt es tatsächlich keine Alternative zu einer Impfung mit den neuartigen, gentechnologisch hergestellten Impfstoffen? Nach 17 Monaten  Pandemie stehen in der EU nur zwei bedingt zugelassene Medikamente zur Verfügung. [2]


Infektionskrankheiten breiten sich in der Regel dann schnell aus,  

- wenn es innerhalb von tierischen oder menschlichen Populationen wegen neu auftretender Erregertypen noch keine entsprechende natürliche Immunabwehr der Individuen gibt oder

- wenn es innerhalb von tierischen oder menschlichen Populationen entweder wenn das Zusammenleben innerhalb einer Population sehr eng und für den Erreger klimatisch günstig ist, sodass er schnell von einem Wirt zum nächsten wechseln kann.

Für weltweit verbreitete Infektionskrankheiten, wie beispielsweise Denguefieber, Malaria, HIV und die „Armenseuche“ Tuberkulose gibt es in Deutschland zur Prävention keine zugelassenen oder zur Anwendung empfohlenen Impfstoffe. [3] In diesen Fällen kommen als Therapeutika vielmehr geeignete Medikamente zum Einsatz.

Insbesondere wenn Infektionserreger zu Mutationen neigen, wie im Fall der „klassischen“ Grippe oder auch bei Covid-19, können Impfungen mitunter zu einem Lotteriespiel werden. Trotzdem werden diese Impfungen auch als vorbeugende Heilmittel angepriesen. Die Erfahrungen zeigen, dass sich das Immunsystem in den Wochen nach Impfungen schlechter gegen andersartige Infektionen wehren kann und sich in dieser Folge Erkrankungen anderer Art häufen können. Dies mag auch ein Grund gewesen sein, weshalb sich die Herstellerfirma Biontec/Pfizer im Kaufvertrag für ihre genetischen Impfmittel gegenüber den Käufern, sprich den Steuerzahlern und Krankenversicherten, juristisch dagegen abgesichert hat, für unerwünschte Folgen der Impfung in Regress genommen werden zu können. [4] Interessant in diesem Zusammenhang ist auch eine im August dieses Jahres veröffentlichte Studie aus Israel,die aufzeigt, dass mit dem Biontec-Impfstoff Geimpfte sich schneller neu mit Covid-19 infizieren als Genese, also weniger leistungsfähige Antikörper entwickeln. [5]

Das im Laufe des Lebens eines Menschen „erworbene“ Immunsystem  reagiert hochspezifisch und lernfähig auf einzelne Erreger, wobei ein sogenanntes Immungedächtnis ausgebildet wird. [6] Von daher ist Vorbeugung in Form gesunder Lebensbedingungen die zunächst geeignetste Methode zur Vermeidung von Infektionskrankheiten. Dem entgegen steht das Profitstreben innerhalb des bestehenden kapitalistischen Wirtschaftssystems. Forderungen nach sauberem Wasser, Landwirtschaft ohne Pestizide, ausreichend Wohnraum, Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und kostenlose medizinische Vorsorge für alle vertragen sich nicht mit den vorherrschenden Wettbewerbsbedingungen und dem Ziel einer permanenten Gewinnmaximierung. Dementsprechend hat sich Covid-19 in den Bereichen schlechter Arbeits- und Wohnverhältnisse auch schneller verbreitet.

Mit dem Appell, sich impfen zu lassen und einem dabei ins Spiel gebrachten zweifelhaften Solidaritätsbegriff soll moralischer Druck ausgeübt werden: Wir alle kennen die Behauptungen, dass Ungeimpfte für den Fortgang der Pandemie und die Bildung neuer Mutationen hauptverantwortlich seien.

Dabei wäre, neben dem politischen Kampf für prinzipiell gesündere Lebensverhältnisse, auch die frühzeitige Entwicklung von Medikamenten gut geeignet gewesen, die zusätzliche Belastung des Gesundheitswesens zu vermindern. Eine Infektion hätte vermutlich dann in weniger Fällen intensivmedizinische Behandlungen erforderlich gemacht. Hier ist anzumerken, dass in den jetzt ca. 17 Monaten der Pandemieausrufung weder die Zahl der Intensivbetten mit neu geschultem und besser bezahltem Personal erhöht wurde noch neue Medikamente zugelassen wurden und die Zahl der Krankenhäuser in Deutschland sogar abgenommen hat.

Da inzwischen wegen der Impfdurchbrüche deutlich wird, dass Impfen das Virus nicht verschwinden lassen wird, scheinen sich die Pharmakonzerne für eine zweite Gewinnwelle in Stellung zu bringen.

Das Unternehmen Merck & Co. hat am 1. Oktober 2021 Erfolge bei der Behandlung von Coronapatienten mit dem neuen Medikament Molnupiravir gemeldet. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen und Todesfälle sei durch die Einnahme um die Hälfte gesunken, die Zulassung werde in den USA und anderen Ländern nun zügig beantragt. [7]

Das US-Biotech-Unternehmen Regeneron und der Schweizer Pharmakonzern Roche haben Daten für ihr Corona-Antikörper-Programm veröffentlicht. Wie beide Unternehmen mitteilten, konnten die Viruslast und die Zeit bis zur Linderung der Symptome bei nicht hospitalisierten Patienten mit Covid-19 reduziert werden. Darüber hinaus habe der Cocktail die Zahl der Arztbesuche vermindert. [8]

Die CORAT Therapeutics GmbH entwickelt ein Medikament auf Basis von menschlichen Antikörpern, die mit biotechnologischen Methoden erzeugt werden. Besonders vielversprechend in diesem Zusammenhang sei der Antikörper COR-101. [9]

Ergänzend sei an dieser Stelle auf postkoloniale Überheblichkeiten hingewiesen: In ganz Ostafrika ist der aus einer madagassischen Art der Beifußpflanze entwickelte „Covid-Cocktail“ als Medikament verbreitet. Die endlose Prüfung desselben bis zur Zulassung bei uns könnte auch nur eine Verzögerung bis zum Zuschlagen einer neuen Biopiraterie eines Pharmakonzerns bedeuten. Auch vorbeugende Ansätze, wie sie das indische Ministerium für Ayurveda, Yoga und Naturheilkunde im Rahmen der Covid-19-Pandemie herausgegeben hat, findet man hierzulande
wenig. [10] 

Stattdessen werden mit den G2-Regelungen bisher Ungeimpfte – die zum Beispiel auf Totimpfstoffe wie Novavax warten – vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen und die Antigentests sind ab 1. Oktober 2021 kostenpflichtig und schwer erhältlich. Dass sich dann der Überblick über die Verbreitungswege des Virus noch mehr verliert, scheint so gut wie sicher zu sein.


[1] www.fr.de/politik/corona-australien-und-neuseeland-verabschieden-sich-von-null-covid-91035494.html

[2] www.vfa.de/de/arzneimittel-forschung/coronavirus/zugelassene-zur-zulassung-eingereichte-medikamente-covid-19

[3] www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/Tuberkulose/FAQ01.html

[4] www.derbund.ch/pfizer-waelzt-risiken-auf-kaeufer-ab-grosse-unterschiede-bei-preisen-567658377087

[5] www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.08.19.21262111v1

[6] www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/infektionen-und-immunsystem-6443.php

[7] www.handelsblatt.com/technik/medizin/merck-und-co-neues-corona-medikament-senkt-zahl-der-krankenhausaufenthalte-und-todesfaelle-erheblich/27668264.html?ticket=ST-10389668-nLf90VekOJ1jRMNqS46M-ap6

[8] www.finanznachrichten.de/nachrichten-2020-09/50839779-roche-und-regeneron-starke-daten-ist-das-die-neue-waffe-gegen-corona-124.htm

[9] www.tu-braunschweig.de/bbt/biotech/corat-corona-antibody-team

[10] www.ayush.gov.in