Krankenhausschließungen stoppen

Wohnortnahe Versorgung fächendeckend erhalten

Ungeachtet der Erfahrungen aus der Corona-Pandemie sollen, mit staatlichen Steuergeldern subventioniert, Krankenhäuser geschlossen werden. Insbesondere sollen die kleinen Krankenhäuser mit weniger als 220 Betten aus dem Versorgungsplan entfernt werden.

Wie viele Covid-19-Patienten wurden im Jahr 2020 in diesen Krankenhäusern behandelt?

  • Knapp die Hälfte (47%) aller Patienten mit COVID-19 wurde in Krankenhäusern mit mehr als 249 und weniger als 600 Betten behandelt.
  • Ein Viertel (25%) der COVID-19-Patienten wurde in Krankenhäusern mit weniger als 250 Betten behandelt. Der Anteil ist damit nur geringfügig kleiner als der in besonders großen Krankenhäusern.
  • Etwas mehr als ein Viertel (27%) der COVID-19-Patienten wurde in Krankenhäusern mit mehr als 600 Betten behandelt. Der Anteil ist damit nur geringfügig größer als der in kleinen Krankenhäusern.

Was haben die Regierenden aus der Pandemie gelernt?

Ohne die kleineren Krankenhäuser wäre die stationäre Versorgung von Covi-19-Patienten schwer möglich gewesen. Den Regierenden sind diese Daten bekannt, dennoch verfolgen sie den Kahlschlag der Krankenhäuser. Nichts gelernt aus der Pandemie und erneut nicht vorbereitet auf weitere zu erwartende Epidemien.

Wir brauchen auch kleinere Krankenhäuser!

Nicht nur in Zeiten einer Pandemie, sondern auch für eine wohnortnahe, flächendeckende Versorgung, ist die Existenz dieser Kliniken notwendig. Insbesondere müssen die Geburtshilfe und die Kinderversorgung verbessert werden. Deshalb unterstützen wir die Forderungen von Gemeingut in BürgerInnenhand:

  1. Kein Krankenhaus darf mehr schließen. Insolvente und akut von Insolvenz bedrohte Kliniken werden vom Staat aufgefangen, ihr Weiterbetrieb wird öffentlich abgesichert, notwendige Investitionen werden bezahlt.
  2. Die Schließungsförderung über den Krankenhausstrukturfonds wird sofort gestoppt.
  3. Das Krankenhauspersonal wird erheblich aufgestockt und seine Bezahlung und Arbeitsbedingungen werden verbessert, um Überlastung zu verhindern und Abwanderung zu reduzieren.
  4. Klinisch notwendige Behandlungen entziehen sich jeder Planung. Die gesetzlich vorgeschriebene leistungsbezogene Planung, Verhandlung und Abrechnung von Fallpauschalen (DRG-System) wird durch ein kostendeckendes Abrechnungssystem ersetzt.
  5. Die Krankenhäuser werden in den Zentren und auf dem Land mit ausreichenden Intensivstationen, Isolierstationen, Beatmungseinheiten und Schutzkleidung ausgestattet – so dass sie vorbereitet sind für neue Belastungsspitzen. 
  6. Die Betten- und Personalausstattung der Krankenhäuser wird unter Einbezug von Jahresspitzen, Katastrophen und Pandemien geplant, anstelle der bisherigen Auslegung nach jahresdurchschnittlicher Auslastung.
  7. In den derzeit unterversorgten Regionen Deutschlands wird die Zahl der Betten, Notaufnahmen, Geburtsstationen etc. durch Förderung der öffentlichen Kliniken auf das notwendige Maß angehoben.

Hier kann der Aufruf durch ein Schreiben an den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn unterstützt werden.