Corona: Wann werden endlich die Schutzbedürftigen geschützt?

Nötig ist vor allen der Schutz älterer Menschen. Das war aber, wie die Lage in den Altenheimen zeigt, das Allerletzte, wofür diejenigen, die einen Krieg gegen das Virus führten, vorgesorgt hatten. LOCKDOWN – Nicht nochmal! Klartext zur Krise

Die aktuelleren Infektionsdaten und Sterbefälle weisen darauf hin, dass insbesondere Altenheime und Krankenhäuser die Einrichtungen sind, in denen Menschen an oder mit Covid-19 sterben.

Dieser Zustand ist unerträglich. Wir fordern mehr Schutz für unsere alten und schwerkranken Mitbürger*innen – jetzt!

Die aktuelle Maskenpflicht genügt nicht den notwendigen Schutzkriterien. Eigen- und Fremdschutzmasken sind eindeutig definiert, stehen aber nicht in ausreichender Menge zur Verfügung. Ferner werden konsequent wiederholte Temperaturmessungen und Testungen nicht durchgeführt.

Wenn auch Testungen nicht absolut zuverlässig sind und falsch negative Befunde ebenso möglich sind wie falsch positive, wenn auch ohne Temperaturerhöhung eine Covid-19-Infektion vorliegen kann, verbleibt uns bei aller Ungenauigkeit der wissenschaftlichen Datenlage für ein verantwortliches Handeln nur die wiederholte Kombination dieser Maßnahmen, um ein Maximum an Infektionserkennung zu erzielen.

Masken in den Familien

Unter einem Dach lebende Großfamilien sind heutzutage die Ausnahme, sodass sich in den familiären Kontakten zwischen den Generationen lediglich die älteren oder schwerkranken Personen mittels FFP2-Masken ohne Ventil schützen müssen. Das Gleiche gilt für freundschaftliche Kontakte zwischen Familien oder Einzelnen.

Masken in den Altenheimen

Familiäre oder freundschaftliche Kontakte zu Bewohner*innen von Altenheimen sind möglich, wenn für ihren Eigenschutz gesorgt ist. Dazu gehören FFP2-Masken ohne Ventil, Hygienemaßnahmen wie Desinfektionen von Kontaktflächen sowie Belüftungen, die ohnehin gesundheitlich wünschenswert sind. Sollte das Tragen solcher Masken den Bewohner*innen in den Altenheimen aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich sein – zum Beispiel wegen Demenz –, werden die Besuchenden folgender Prozedur unterzogen: Temperaturmessung bei Besuchsbeginn und Besuchsende, Abstrich zur Testung sowie Tragen einer Fremdschutzmaske der Klasse FFP1 ohne Ventil. In vielen Einrichtungen finden sich analoge Konzepte der Schutzausgestaltung bei den Kontakten, zum Beispiel in ambulanten Versorgungseinrichtungen zur Rehabilitation.

Der erhöhte Hygieneaufwand in allen Einrichtungen erfordert eine Aufstockung des ohnehin zu geringen Reinigungs- und Hygienepersonals. Die dafür nötigen Kosten werden gewinnmindernd von den Trägern privater Einrichtungen übernommen.

Mitarbeiter*innen in diesen Einrichtungen sind systemrelevant und bedürfen deswegen eines Eigenschutzes. Zu den Schutzmaßnahmen zählen neben Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich obligatorische Fiebermessungen zu Arbeitsbeginn und Arbeitsende, wiederholte Rachenabstriche zum Testen alle drei bis vier Tage, zum Eigenschutz vor Infektion FFP2-Schutzmasken ohne Ventil.

Masken in den Krankenhäusern und Praxen

In den Einrichtungen stationärer Gesundheitsversorgung sowie in den ambulanten Versorgungseinrichtungen inklusive der Heilmittelerbringer liegen ähnliche Bedingungen für den Schutz vor. Im Vordergrund stehen der Eigenschutz der Mitarbeiter*innen mit FFP2-Masken ohne Ventil, Schutzkleidung und Präventionsmaßnahmen wie Temperaturmessungen und Abstriche für Testungen alle drei bis vier Tage.

Bei der Betreuung von Covid-19-Patient*innen oder in Verdachtsfällen werden die Mitarbeiter*innen zusätzlich durch FFP3-Masken ohne Ventil geschützt. Die Arbeitszeiten werden reduziert und Pausen werden vermehrt möglich, um eine gesundheitsschädliche Überlastung zu vermeiden.

Ferner sind die desinfizierenden und belüftenden Hygienemaßnahmen von besonderer Bedeutung. Klimaanlagenumrüstungen zu raumlufttechnischen Anlagen, kurz RLT-Anlagen, mit Partikel absorbierenden Filtern sind nötig.

Besucher*innen sind mit Schutzkleidung und Fremdschutzmasken der Klasse FFP1 ohne Ventil ausgestattet und durchlaufen eine Temperaturkontrolle vor und nach dem Krankenbesuch.

Der Aufwand für die nötigen technischen Umbaumaßnahmen wird über das Gesundheitsamt erstattet, zu dessen Aufgaben auch die Hygieneüberwachung der im Gesundheitsbereich tätigen Einrichtungen – auch Krankenhäuser – gehört. Wenn bei Flugzeugen und in Betrieben eine schnelle Umbaumaßnahme möglich war, sollte dies auch in den angesprochenen Einrichtungen machbar sein.

Wir fordern eine sofortige kostenlose Bereitstellung der entsprechenden Schutzmasken und der Schutzkleidung!

Wir fordern wiederholte Temperaturmessungen und Testungen, kostenlos für die öffentlichen Institutionen und zu Lasten der Gewinne bei privatisierten Einrichtungen.

Und wer soll das bezahlen? Wie immer: wir! Aber zukünftig unter Beteiligung derjenigen, die bisher nur alle Vorteile aus der Gemeinschaft gezogen haben und jetzt aber ihre Abgaben beisteuern!

Wie viel Mittel schnell aufgebracht werden können, hat die Schöpfung der Corona-Rettungsschirme gezeigt. Wenn jüngst für die TUI Staatshilfen im Umfang von drei Milliarden Euro möglich waren, dann sind für die Gesundheit der Angehörigen unserer Solidargemeinschaft erst recht die Mittel vorhanden.