Moria ist abgebrannt. Wir haben Platz!

Am Dienstag, den 8. September 2020 brachen im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos mehrere Feuer aus. Mittlerweile ist das Lager völlig zerstört. Etwa 12.500 Schutzsuchende – darunter mehr als 4.000 Kinder – sind obdachlos geworden und es fehlt ihnen mehr als schon zuvor an Nahrungsmitteln, Wasser und medizinischer Versorgung. In Deutschland und der Europäischen Union wird seit einer Woche um die Aufnahme Geflüchteter gestritten, und die Regierenden offenbaren erneut ihre menschenverachtende Politik.

Attac Hamburg erreichte ein Bericht über die Lage auf Lesbos

Hallo ihr Lieben,

uns erreichen viele liebe Nachrichten mit Nachfragen, wie’s uns geht. Uns geht’s gut. Wir sind hier gerade in Mytilini in einer Art Quarantäne. Mytilini ist die Hauptstadt Lesvos’, keine 5km entfernt von Moria. Hier in Mytilini scheint das Leben unbemerkt der Katastrophe weiterzugehen. Bars, Cafés und Clubs haben offen, feiern Partys und gegenüber stehen die Schiffe von Frontex und der Border Police. Über dem Himmel fliegen Militär- und Löschflugzeuge, an den Stadtgrenzen stehen Cops. Auf den Straßen sehen wir sehr vereinzelt Gruppen von Geflüchteten, die es wahrscheinlich nach dem Brand in die Stadt geschafft haben und übermüdete NGO Mitarbeiter*innen. Von den Geschehnissen in Moria merken wir hier sonst nicht viel. Gestern waren wir am Stadtstrand und mussten beobachten, wie viele Cops eine abfahrende Fähre nach Athen bewachten, damit ja keine Geflüchteten Sicherheit finden können. Unsere aktuellen Informationen bekommen wir, bedingt durch unsere Quarantäne, durch unterschiedliche Twitter-, Instagram- und Facebook-Kanäle. Diese Informationen wollen wir euch kurz zusammenfassen.

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Attac Hamburg unterstützt die Forderungen von PRO ASYL

Was ist jetzt zu tun?

Wir erwarten die gleichen Maßnahmen, wie wenn sich über 10.000 europäische Touristinnen und Touristen in akuter Gefahr befänden: Temporäre Unterbringungen müssen geschaffen, die Essens- und Wasserversorgung sofort sichergestellt, medizinisches Personal muss eingeflogen werden. Nicht irgendwann, sondern sofort!

Zeitgleich ist eine Luftbrücke zu organisieren, um die Schutzsuchende möglichst schnell nach Deutschland und in andere europäische Länder auszufliegen.

Die Seebrücke Hamburg hat in einer Pressemitteilung vom 11. September 2020 ihre Forderung nach einem Landesaufnahmeprogramm für 1.000 Geflüchtete erneuert. Attac Hamburg unterstützt die Forderung.

Kommentar von Attac Deutschland