Corona – für Asklepios-Kliniken in Hamburg auch ein Geschäftsmodell

Kein zusätzliches Personal, keine Lohnerhöhungen, lieber erhöhte Personalbelastung: So lassen sich die aktuellen Zustände an den Asklepios-Kliniken in Hamburg zusammenfassen.

Da bis zum Jahresende 2020 die Vergütungen von Behandlungen nach Fallpauschalen ausgesetzt sind, könnte eine Abrechnung nach dem tatsächlichen Aufwand erfolgen und entsprechend mehr Personal zum Einsatz kommen. Das böte die Möglichkeit, eine medizinische Versorgung zu organisieren, die Beschäftigten und Patient*innen gerecht wird.

Die Realität in den Hamburger Asklepios-Kliniken

Es werden keine zusätzlichen Reinigungskräfte beschäftigt, um den erweiterten Hygieneanforderungen und -notwendigkeiten gerecht werden zu können. Vermehrtes Reinigen von Türklinken, Handläufen, Fahrstuhlknöpfen sowie Sanitäranlagen findet nicht statt.

Verringerung der Zahl der eingesetzten Pflegekräfte: Wie macht man so etwas? Die Asklepios-Kliniken in Hamburg betreiben einen Pflegepool mit 80 bis 90 Pflegekräften, die als Springer*innen in sämtlichen Fachbereichen/Abteilungen eingesetzt werden. Der Bedarf wird von den jeweiligen Kliniken signalisiert. Die Angehörigen des Pflegepools wurden zum Überstundenabbau und zum Nehmen von Urlaubsstunden genötigt und stehen den Kliniken jetzt nicht mehr zur Verfügung.

Gleichzeitig wurden die festen Pflegekräfte der Hamburger Asklepios-Krankenhäuser ebenfalls zum Abbau von Überstunden und Nehmen von Urlaubsstunden veranlasst.

Das Aussetzen des Arbeitszeitgesetzes und der Personaluntergrenzenverordnung ermöglicht Asklepios überdies, Mehrarbeit für die verbliebenen Beschäftigten zur Aufrechterhaltung des Betriebs zu organisieren. Was für eine politische Antwort auf die Proteste gegen den bestehenden Pflegenotstand! Die begonnenen Tarifverhandlungen für Pflegekräfte lassen harte Konflikte erwarten.

In den Kliniken werden immer noch Stationen für eine mögliche Belegung mit Corona-Patient*innen geschlossen. Für jedes nicht belegte Bett erhalten die Kliniken derzeit ca. 560 Euro je Tag, für Intensivbetten noch mehr.

In den Notaufnahmen weiß man zeitweise nicht, wohin mit den Patient*innen ohne Covid-19-Verdacht.

Was hat diese Art der Klinikorganisation mit Gemeinwohl zu tun?

Wir fordern: Gesundheit der Beschäftigten und bedarfsgerechte Versorgung der Patient*innen vor Wirtschaftlichkeit