Corona-Krise: solidarisch und sozial gerecht handeln

Mit der steigenden Zahl von Infizierten durch den Corona-Virus wachsen auch persönliche Ängste und die Sorge um uns nahestehende Menschen, die zu Risikogruppen gehören. Gleichzeitig erleben wir aus der Not geborene Solidarität und Menschen, die tatkräftig der Krise trotzen.

Zur gesellschaftlichen Solidarität gehört aber auch eine öffentliche Daseinsvorsorge, die allen Menschen zugutekommt. Der soziale und gesundheitliche Notstand erfordert sofortige Reaktionen.

– Die Beschäftigten im Gesundheitssektor und im Krisenmanagement der Kommunen leisten Übermenschliches, um trotz fehlender Ressourcen Menschen zu versorgen und die lokale Infrastruktur sicherzustellen. In dieser ohnehin bedrohlichen Situation müssen wir jedoch befürchten, dass unser heruntergespartes Gesundheitssystem, das bereits im Normalbetrieb überlastet ist, nun in der Krise zu kollabieren droht. Gefährdete Bevölkerungsgruppen, vor allem älteren Menschen und/oder bereits Kranke, dürfen nicht aus Mangel an Mitteln in unserem Gesundheitssystem geopfert werden!

Attac Hamburg unterstützt die Forderungen der Krankenhausbeschäftigten.

Corona und das Gesundheitswesen

– Den Beschäftigten in Handel, Ernährung und Landwirtschaft, die den Zugang zu Nahrungsmitteln aufrechterhalten, gilt unsere Solidarität ebenfalls. Die Menschen, die zur Kurzarbeit gezwungen werden, sowie viele prekär Beschäftigte, Selbstständige und Soloselbstständige, geraten in Existenznot. Für diese Menschen muss die Regierung Einkommensalternativen garantieren.

Dass Tausende von Werktätigen in diesem Krisenkontext weiterhin in ihren Betrieb gehen, um unwesentliche Dinge zu produzieren, ist nicht hinnehmbar: Solche Unternehmen müssen vorübergehend geschlossen, die Löhne aufrechterhalten und Entlassungen verboten werden. Unsere Gesundheit ist mehr wert als ihre Gewinne.

Corona und die Lage der Beschäftigten

– Außerdem ist sicherzustellen, dass bei einer Arbeitsunterbrechung wegen Kinderbetreuung der Lohn vollständig bezahlt wird. 

Corona und die Kinder/Jugendlichen (in Arbeit)

– Die Rettungsaktionen dürfen nicht zu Lasten der unteren und mittleren Einkommensbezieher*innen gehen – sie müssen vielmehr von denen getragen werden, die in den letzten Jahren besonders von der zunehmenden Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen profitiert haben.

Hinzu kommen weitere Bevölkerungsgruppen, die unmittelbar betroffen sind und die nicht immer die Mittel haben, sich zu isolieren: Obdachlose, Gefangene, Migrantinnen und Migranten (insbesondere die in Abschiebungshaftanstalten).

Corona und die Lage von Menschen in prekären Verhältnissen
Corona und die Wohnsituation
Corona und die älteren Menschen (in Arbeit)

– Menschen in prekären Lebenslagen sind gesundheitlich besonders anfällig. Dazu gehören Menschen auf der Flucht. Aktuell müssen die Geflüchteten, die auf den griechischen Inseln festgehalten werden, im Rahmen humanitärer Soforthilfe in die europäischen Städte gebracht werden, die sich zu ihrer Aufnahme bereit erklärt haben.

Corona und die Geflüchteten (in Arbeit)

– In dieser Ausnahmesituation wird die Zukunft geschrieben, erinnert uns Naomi Klein: „Wenn wir durch die Krise auf die Probe gestellt werden, ziehen wir uns entweder zurück und brechen zusammen oder wir wachsen und finden Reserven an Kraft und Mitgefühl, von denen wir nicht wussten, dass wir dazu fähig sind“ (Interview auf der Website von ZIN TV). Wir wollen in einer Gesellschaft leben, die auf Sorgearbeit, regionalem Wirtschaften und naturschonender Produktion basiert und nicht auf Konkurrenz und Ausbeutung.

Attac Deutschland

– Wir werden ein wachsames Auge haben auf jeden Versuch der Regierung, die Krise zu nutzen, um ihre autoritären Züge zu verstärken.

Corona und die Grundrechte (in Arbeit)
► Corona und alternative Kommunikationsmittel
(in Arbeit)

– Während nationale Rivalitäten aufkeimen, erfordert im Gegenteil die von COVID-19 ausgelöste Krise internationale Solidarität und Koordination zwischen den verschiedenen Ländern.

► Corona – Blick über die Grenzen (in Arbeit)

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